Der Abakus - eine alte Rechenmaschine

Der römische Abakus


Zum Aufbau des römischen Abakus

Die unten zu sehende Abbildung eines alten römischen Handabakus zeigt sieben Spalten von vier Perlen unten und einer oben. Zwischen den beiden Schlitzreihen in der Senkrechten findet man römische Zahlzeichen. Man rechnete damit wohl ähnlich wie mit einem japanischen Abakus (Soroban). Mit diesem römischen Abakus waren sogar Bruchrechnungen möglich. Die Perlen der zwei zusätzlichen rechten Spalten stehen nämlich für ganze, halbe, viertel und drittel Unzen. Der ähnliche Aufbau mit dem damaligen griechischen und chinesischen Abakus ist augenscheinlich. Es ergibt sich aber insbesondere eine erstaunliche Ähnlichkeit mit den japanischen Soroban. Es handelt sich hier wohl um einen antiken Technologietransfer aus dem asiatischen in den süd-ost-europäischen Raum, vielleicht bedingt durch Kriege, Handelsbeziehungen oder Reisende.

Prof. Dr. Jörn Lütjens führt hierzu aus: "Ob aber der römische Abakus der direkte Vorgänger des asiatischen Abakus-Typs ist, so wie wir ihn heute noch in Ostasien (China, Japan, Korea) vorfinden, ist nicht sicher. Chinesische und japanische Historiker weisen auch auf Anzeichen hin, wonach der Abakus etwa zur gleichen Zeit unabhängig voneinander im Osten (Indien, China) wie auch im Westen entwickelt worden ist ... . Leider führen diesbezügliche Literaturstudien nicht zu eindeutigen Ergebnissen" (in: www.joernluetjens.de).


Wie man mit einem römischen Abakus rechnet

Prof. Dr. Jörn Lütjens hat hierzu Ausführungen gemacht: "Von der linken Seite aus betrachtet, steht jeder der sieben Schlitze für eine Zehnerpotenz. Die Zahlenwerte 1 bis 4 werden im unteren Teil der Schlitze dargestellt, indem die notwendige Anzahl der Knöpfe nach oben geschoben wird. Der Knopf im oberen Teil der Schlitze hat den fünffachen Wert der Knöpfe im unteren Teil. Damit lässt sich in jeder Zehnerpotenz-Reihe der Wert 9 darstellen (vier Knöpfe von unten und der `Fünfer-Knopf` von oben). Mit den Knöpfen in den beiden rechten Schlitzen werden Bruchteile der Währungseinheit `As` dargestellt. Der As wurde wiederum in zwölf gleiche Teile `Unzen` unterteilt ..." (in: www.joernluetjens.de).


Beispiel in Bild zu römischen Abakus

Bild 1

Nachbau eines antiken "Römischen Hand-Abakus"

Nachbau eines antiken "Römischen Hand-Abakus"

Er befindet sich hier bei den japanischen Abakus,
da er mehr mit diesen gemein hat, als mit anderen.
Er ist aus goldfarbenem Plastik gebaut.

Zusätzlich kann man mit den zwei übereinander liegenden
rechten Spalten noch Bruchrechnungen durchführen.

Im Original war er vermutlich aus Ton gebrannt,
oder in einer Metallausführung gefertigt. Dieser Abakus ist
vermutlich einer Zeichnung aus dem 17. Jahrhundert

nachempfunden worden.

(7 Spalten á 1/4 Plastikperlen, eine Farbe)
(Maße ca. L: 121 mm B: 78 mm T: 5 mm)
Dies ist ein Geschenk von Frau Wagschal (Bremen) und

ursprünglich wohl ein Werbegeschenk der

Fa. berthold fototype.

(Deutschland)

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